|
Loikumer Blasorchester feiert
Oktoberfest in Katalonien
Die
letzten Töne von „In München steht ein Hofbräuhaus“ erklingen. Von der Bühne
des Festzeltes blicken wir in die Gesichter der Zuhörer. Ob unsere Musik im
sonnigen Spanien Anklang gefunden hat? Kein Zweifel: Die Zuschauer stehen auf
den Bänken und jubeln uns zu. Unser Auftritt ist so gut angekommen, dass sie
lauthals Zugabe fordern.
Wir
Musiker des Loikumer Blasorchesters waren vom 10. Oktober bis zum 19. Oktober
in Calella, einer Stadt in der Nähe von Barcelona in Spanien, auf
Orchesterfahrt. Mit 35 Aktiven und fünf Fans waren wir angereist, um auf dem
23. Oktoberfest in der Stadt aufzutreten. Jedes Jahr wird dort über drei Wochen
mit vielen Blasorchestern und anderen Musikgruppen täglich Oktoberfest
gefeiert. Viele Musiker aus Deutschland, Norwegen, Schweiz und anderen Ländern
waren vertreten.
Das
Erste, das wir hörten, als wir nach 18 Stunden Fahrt morgens um sieben Uhr im
Dunkeln aus unserm Bus stiegen, war das Rauschen des Meeres. Am ersten Tag stand
direkt die Erkundung der Gegend auf dem Programm, viele zog es ans Meer. Die
Jüngsten und unser Dirigent nahmen prompt ihr erstes – wenn auch unfreiwilliges
– Bad im Mittelmeer, natürlich in voller Montur. Die Älteren genossen in der
spanischen Nachmittagssonne auch bald ihr erstes Bier.
In
den nächsten Tagen erwartete uns ein abwechslungsreiches Programm: Wir
unternahmen etwa einen Ausflug zum Kloster Montserrat, zum Textilmuseum in der
nahe gelegenen Stadt Terassa und in das kleine schöne Städtchen Tossa de Mar.
Wenn
man schon mal in Katalonien ist, muss man sich natürlich auch dessen Hauptstadt,
Barcelona, angucken. Einen ganzen Tag verbrachten wir dort, guckten uns das sehr
imposante Stadion an, den Park Gaudí mit vielen bunten Bauwerken und machten eine
Rundtour durch die Stadt. Dabei durften auch die Kathedrale und die Kirche La
Sagrada Familia nicht fehlen.
Selbstverständlich
stand auch Musik auf dem Programm unserer Orchesterfahrt. An zwei Nachmittagen
haben wir Konzerte auf dem Kirchplatz in Calella gegeben. Das erste dauerte
leider nur eine halbe Stunde, weil das Wetter nicht mitgespielt hat. Trotzdem
hatten wir viele begeisterte Zuhörer. Einige spanische Kinder nutzten unsere
Musik spontan für eine Tanzeinlage.
Unseren
Auftritt auf dem Oktoberfest hatten wir am Freitag. Zuvor hatten wir also viele
Abende Zeit, uns den Ablauf anzusehen und die ausgelassene Stimmung im Zelt auf
uns wirken zu lassen. Fast jeden Abend waren einige von uns dort, haben
gesungen, getanzt und mitgefeiert. Unser Auftritt ist sehr gut angekommen.
Schon nach wenigen Takten tanzten die Zuschauer auf den Bänken und machten begeistert
mit. Viele fragten, wann wir noch mal auftreten würden und ob wir im kommenden
Jahr wieder dort wären. Zudem haben wir viele Kontakte zu anderen deutschen
Vereinen und zu einem Orchester aus der
Schweiz geknüpft.
Auch
einen ganz typischen katalanischen Abend haben wir mitgemacht. Es gab
katalanisches Essen, passende Musik und eine sehr umfangreiche Flamencoshow.
Wenn
gerade kein Programm anstand, hatten wir Zeit, die Stadt zu erkunden,
Mitbringsel zu kaufen und das sommerliche Wetter am Strand zu genießen. Mit
Socken – der Sand war sehr grobkörnig – spielten wir Volleyball, gingen im
kalten Meer schwimmen oder versuchten beim Wettbräunen zu gewinnen. Durch ein
abwechslungsreiches Programm und viel freie Zeit ist jeder auf seine Kosten
gekommen.
Rundum
war es eine gelungene Fahrt bei der wir viel erlebt haben und durch die wir als
Orchester noch enger zusammen gewachsen sind.
Johanna Schlütter und Verena Titt
|